Spendenprojekt Multifunktionaler Begegnungsraum

Die Tage sind länger geworden und die Sonne steht höher am Himmel. Die Wärme lässt ein Wohlgefühl im Körper wachsen. Diese Stimmung ergreift auch die Menschen in den Häusern unserer Stiftung. Sie spüren den Drang an der frischen Luft zu sein.

Im Jahre 1905 wurde das Bodelschwinghhaus gebaut. Ein für damalige Verhältnisse funktioneller Bau aus Stein und Fachwerk. Auf der Terrasse steht ein Rollstuhl. In ihm sitzt eine junge Frau und genießt die Natur. Nadja Thom wohnt seit 1986 in der Evangelischen Stiftung Neinstedt.
Die 36-jährige Nadja Thom ist schwerstmehrfachbehindert. Sie ist blind, leidet unter Epilepsie und kann nicht sprechen.

Als Nadja Thom 1982 geboren wurde, gab es in der DDR wenige Möglichkeiten einer angemessenen Umgehensweise mit Menschen mit einer Behinderung. Sie galt, mit der Diagnose „Idiotismus“, als nicht förderfähig und war tagsüber in einer Sonderkrippe.
Die Mutter von Nadja Thom berichtet über ihre damalige Situation. „Nadja sollte für einen dauerhaften Aufenthalt in einem Krankenhaus untergebracht werden. Damit war sie raus aus der Gesellschaft. Ein Bekannter hat mir von Neinstedt erzählt. Zum Glück bekam ich 1986 die Zusage für die Aufnahme“.
Nadja Thom zog in das Bodelschwinghhaus. Mit der politischen Wende durfte sie die Förderschule für Kinder mit einer geistigen Behinderung, in Neinstedt besuchen. „Ich war vollkommen überrascht, wie schnell es mit der Einschulung ging“, berichtet Nadja Thoms Mutter erfreut.

Geborgen sein

Jeden Morgen wird Nadja Thom geweckt. Sie ist immer fröhlich und freut sich, wenn man auf sie zugeht und den Kontakt zu ihr sucht.
„Nadja sucht die Nähe, da baut sich eine Beziehung auf“, erzählt Anja Börner-Friese, die sich als Bezugsbetreuerin maßgeblich um die Pflege und Förderung von Nadja Thom kümmert. „Bei ihr geht viel über die Hände und den Geruch, da hat sie keine Berührungsängste“, so Anja Börner-Friese weiter.
Nach dem Frühstück wird Nadja Thom mit dem Rollstuhl zur Tagesförderung gefahren. Das ist ein wesentlicher Teil ihrer Tagesstruktur. Hier erfährt sie die Aktivierung ihrer Wahrnehmungsbereiche. Durch basale Stimulation sollen alle ihr möglichen Sinne wie Riechen, Fühlen, Schmecken und Hören angesprochen werden.

Unterstützung geben

Nadja hat eine spastische Celebralparese und eine dadurch resultierende Skoliose.
Darum erhält sie viermal wöchentlich Krankegymnastik nach Bobarth und einmal Krankengymnastik im Wasser. Die Physiotherapeutin Michaela Wallert erläutert das Prinzip ihrer Arbeit: „Das Ziel der Therapie ist die Erhaltung von Nadjas Eigenaktivität durch gezielte Dehnung und Kräftigung der Muskulatur und die Verbesserung ihrer Körperwahrnehmung.“ Durch die Erhaltung der Rumpfstabilität werden die inneren Organe entlastet. Somit vermeidet man die Gefahr einer Ernährung durch eine Magensonde.
Wieder im Bodelschwinghhaus angekommen, sitzt Anja Börner-Friese neben ihr und erzählt: „Sie ist ruhig und genügsam. Manchmal wünsche ich mir mehr Emotionen“ und fügt lachend hinzu: „Was sie nicht will, will sie nicht. Da ist sie selbstbestimmt. Sie zieht mich an sich oder schiebt mich weg, das ist ein Potential das sie hat.“

Im Bodelschwinghhaus sind baulich bedingt schlechte Bedingungen für eine moderne und zeitgemäße Förderung und Pflege für Menschen mit einer Schwerstmehrfach-Behinderung. Deshalb baut die Evangelische Stiftung zwei Förderpflegehäuser komplett für die neuesten Anforderungen und Belange der pflegebedürftigen Menschen um.

Anja Börner-Friese beurteilt es so: „Wir haben dann rollstuhlgerechte und ebenerdige Räume. Auch Nadja bekommt ein schönes Zimmer, wo sie zur Ruhe kommen kann. Wir können viel mehr mit den Rollstuhlfahrern unternehmen. Durch das gruppenübergreifende Wohnkonzept ist mehr Bewegung auf dem Flur und es gibt mehr helfende Hände, wovon unsere Rollstuhlfahrer profitieren. Andere Bewohner und Bewohnerinnen können einen Rollstuhl schieben. Man ist unabhängiger, da freue ich mich drauf.“
Nadja Thoms Mutter kommt regelmäßig und besucht ihre Tochter. Auch sie sieht dem Umzug ihrer Tochter freudig entgegen. Besonders positiv wäre es, wenn in der direkten Nähe ein Raum entsteht, in dem man in Ruhe mit seinem Kind die Zeit verbringen kann.

Wir planen einen Raum als Anbau, der multifunktional für die Belange der Bewohnerinnen und Bewohner der Förderpflegehäuser genutzt werden kann. Hier wird neben speziellen Förderangeboten auch den Angehörigen die Möglichkeit gegeben, separat Zeit zu verbringen. Nadja Thoms Mutter ergänzt: „Wir könnten hier dann mit der Familie zusammen Geburtstag feiern und sich mit anderen Betroffenen austauschen, das wäre schön.“

Bei der Finanzierung dieses Wunsches sind wir auf Unterstützung angewiesen.
Geben Sie den schwerstmehrfach-behinderten Menschen die Möglichkeit, sich individuell, in einem nach ihren Wünschen zugeschnittenen Förderbereich, treffen und entwickeln zu können.
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende!

Geben Sie den Träumen unserer BewohnerInnen einen Rahmen!
Wir freuen uns über Ihre Spendenbeteiligung für unseren multifunktionalen Begegnungsraum.
Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

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Spendenbeauftragter
Frank Barth
Evangelische Stiftung Neinstedt
Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
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Stellvertretende Spendenbeauftragte
Birgit Schiefer
Evangelische Stiftung Neinstedt
Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
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Kleider- und Sachspende
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