Neues Behandlungszentrum hat die Arbeit in Neinstedt aufgenommen

12.01.2022

Neues Behandlungszentrum hat die Arbeit in Neinstedt aufgenommen

Bildunterschrift: Chefarzt Dr. Alfred John, Oberärztin Regina Kreutzer und Schwester Anke (v.l.n.r.) bei der Fallbesprechung (Foto: Andreas Damm / ESN)

Als dritter Standort in Sachsen-Anhalt hat die Evangelische Stiftung Neinstedt am 1. Januar 2022 ein Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) eröffnet.

In Neinstedt ist man stetig dabei, neue Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen, um Menschen mit Beeinträchtigungen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Gerade im Bereich der medizinischen Versorgung für Menschen mit Behinderung sind noch Lücken zu schließen. Darum gab es schon seit Längerem den Wunsch, auch in Neinstedt ein MZEB zu gründen. Das ist nun nach drei Jahren Verhandlung gelungen. Mit der Eröffnung des MZEBs ist ein großer Schritt für eine bessere Versorgung getan.

Im Haus Markus, in der Suderöder Straße 11 in Neinstedt, sind u.a. dafür die Räumlichkeiten mit geschaffen worden.
Das neue Angebot richtet sich an geistig behinderte Erwachsene oder Menschen mit einer schweren Mehrfachbehinderung, die an einer psychischen Erkrankung leiden.
Da die Behinderung auch die Kommunikation bzgl. der Beschwerden und Probleme betrifft, nimmt sich das MZEB deutlich mehr Zeit, um ggf. mit dem Helfersystem zu einer Diagnose zu kommen.

Das neue ambulante Zentrum ermöglicht einen umfassenderen Blick auf die psychische Störung als es in den knappen Ressourcen der niedergelassenen Arztpraxen geleistet werden kann.
Ein multiprofessionelles Team, das gemeinsam mit den Bezugspersonen des behinderten Patienten eine Diagnosefindung aus mehreren Perspektiven vornimmt, kann eine Störung umfassender erörtern. Hierzu gehören neben dem speziell qualifizierten Psychiater auch ein Psychologe, Ergo- und Physiotherapeut, die Fachschwester für Psychiatrie und ggf. ein Allgemeinmediziner.

Ist das Problem ausreichend diagnostisch beleuchtet, kann das MZEB eine Empfehlung an den niedergelassenen Haus- oder Facharzt aussprechen, auch z.B. Überweisungen für eine Heilmittelbehandlung (z.B. Ergotherapie u.a.) tätigen oder den Behandlungsprozess kontrollieren.
Das erleichtert dem Helfersystem und dem Patienten selbst ungemein den Weg durch das Labyrinth unserer modernen medizinischen Angebote und insbesondere durch die Komplexität einer psychischen Erkrankung. Das MZEB ergänzt damit die Behandlung der Haus- und Fachärzte.

Am Ende sollten Empfehlungen für konkrete weitere diagnostische Schritte bzw. ein Therapieplan erstellt werden. Die psychiatrische Störung wird klarer erkannt und demzufolge erfolgreicher behandelt werden können.
Das Angebot gilt für alle behinderten Menschen mit einer psychiatrischen Fragestellung im Harz und darüber hinaus, denn das nächste MZEB mit psychiatrischem Schwerpunkt liegt in Magdeburg.
Wollen Sie das MZEB kontaktieren, bedarf es einer Überweisung durch einen Haus- oder Facharzt, und es muss beim Betroffenen ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegen, um zu gewährleisten, dass in erster Linie deutlich von Behinderung betroffene Menschen Zugang bekommen.

Für Anfragen oder Terminvereinbarungen sind die Mitarbeitenden des MZEBs mittwochs und donnerstags in der Zeit von 12 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 03947/99350 im Haus Markus in der Suderöder Str. 11 in 06502 Neinstedt zu erreichen.