7. Dezember

Sven Gerlach: Stern
Sven Gerlach: Stern

Sven Gerlach habe ich als einen sehr temperamentvollen jungen Mann kennengelernt. Voller Temperament steckt auch sein Bild. Mit breitem Messer und kräftigen Schnitten hat er das Linoleum bearbeitet, und so breitet sich das Licht seines Sterns geradezu explosionsartig aus, Lichtstrahlen mit Verdickungen, Spitzen und Widerhaken, Licht, das uns nicht gefällig einlullt. Das Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf!“ fällt mir ein: „Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“. Die Wildheit dieses Liedes und dieses Sterns gefallen mir. Ein gleichmäßig wohlgeformter Stern in wohltemperiertem Licht wäre wohl nicht in der Lage, Menschen in Bewegung zu versetzen, sogar über Tausende von Kilometern hinweg und unter widrigsten Reisebedingungen. Dieser hier schon!

Sven geht es übrigens ein bisschen wie seinem Stern: er hat so viel mitzuteilen, aber nur wenige verstehen ihn ein wenig. Und auch nur wenige haben damals die Botschaft des besonderen Sterns deuten können und sind ihr gefolgt.

Svens Stern fordert uns auf, in die Gänge zu kommen. Treffen wir uns bei Jesus?

Annegret Vietze

Sie ist Mitarbeiterin im Tagesförderzentrum in Neinstedt und leitet das Projekt >>Linolschnitte<<.
Unter ihrer Anleitung entstehen Kunstwerke, wie der „Stern“ von Sven Gerlach. Er arbeitet im Berufsbildungsbereich der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.