Evangelische Stiftung Neinstedt
Geschichte
Nächstenliebe unter einem Dach. Verantwortungsbewusst. Verlässlich. Menschlich.
Der Beginn
Die Evangelische Stiftung Neinstedt wurde von ihren Begründern als Werk christlicher Nächstenliebe errichtet.
Im Jahre 1850 eröffnete Philipp von Nathusius gemeinsam mit seiner Ehefrau Marie auf dem alten Gut Lindenhof in Neinstedt ein Knabenrettungs- und Brüderhaus zur Fürsorge von Waisenkindern und Jungen aus sozial schwachen Familien. In Verbindung damit entstanden diverse Werkstätten und ein landwirtschaftlicher Betrieb auf dem heutigen Marienhof. Im Jahre 1861 wurde eine weitere Einrichtung in Neinstedt eröffnet, das Elisabethstift für geistig behinderte Menschen. Gegründet wurde es von der Schwester von Phillip, Johanne Nathusius. Sie engagierte sich für die umfassende Förderung der behinderten Menschen und widersetzte sich mit ihrer humanitären Arbeit den damals noch üblichen Bewahr-Strukturen in solchen Einrichtungen. Bereits um 1900 gehörte die Elisabeth-Stiftung zu den größten Sozialwerken für geistig behinderte Menschen sowie Anfallskranke in Deutschland.
Beide Stiftungen wurden 1988 zu einer einheitlichen Stiftung unter dem Namen Neinstedter Anstalten zusammengelegt. Am 07. April 2015 erfolgte die Umbenennung in die Evangelische Stiftung Neinstedt.
Aufarbeitung der Geschichte
Anlässlich des 170. Jahrestages der Gründung der Stiftung im Jahre 2020, hat die Stiftung, gemeinsam mit dem Historiker Reinhard Neumann aus Bielefeld ein „Lesebuch zur Geschichte Neinstedts 1850 bis 2020“ veröffentlicht. (Shop)
Ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Stiftung ist die Zeit des Nationalsozialismus und die damit verbundene Euthanasie. In einem gewaltigen Stück der Aufarbeitung ist es Reinhard Neumann gelungen, die unfassbaren Geschehnisse in dieser Zeit in Neinstedt zu dokumentieren.1.019 Menschen aller Altersgruppen, aus dem Elisabethstift und aus der Führsorgeerziehung des Lindenhofs, wurden abtransportiert. Ein großer Teil dieser Menschen fand den Tod in den so genannten Zwischenanstalten oder wurde systematisch in Bernburg ermordet. Es ist gelungen, die Namen dieser Menschen zu ermitteln. Nun soll ihnen mit einem Gedenkort ihre Identität wiedergegeben werden.
Gedenkort für die Opfer der Euthanasie
Vor der Lindenhofskirche entstand im Jahr 2022 ein Gedenkort für die Opfer der Euthanasie.
Weiteres zum Thema Euthanasie:
