Füreinander da sein.

Pressemitteilung der Evangelischen Stiftung Neinstedt

Positionspapier der Stiftung zur Landtagswahl 2026


07.07.2026

In der Evangelischen Stiftung Neinstedt setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon lange und engagiert für ein menschenfreundliches Miteinander ein. Die christliche Nächstenliebe und die Würde jedes Menschen, unabhängig seiner Herkunft, ist uns wichtig. Wir machen uns stark für die Teilhabe aller Menschen an Bildung, an Arbeit und am gesellschaftlichen Leben.

Die „Alternative für Deutschland“ greift in ihrem Regierungsprogramm u.a. die Kirchen im Land Sachsen-Anhalt in aggressiver Weise an. Da Kirche und Diakonie untrennbarzusammengehören, ist dies auch ein Angriff auf unsere Arbeit. Wir sind in der Diakonie tätig und haben hier unsere Arbeitsplätze. Mögliche Folgen des Regierungsprogramms der AfD für die Evangelische Stiftung Neinstedt:

  1. Inklusion wird als Experiment betitelt. Damit wird die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen, ein Menschenrecht aus der UN-Behindertenrechtskonvention, in Frage gestellt. Das gefährdet pädagogische Standards und unsere Jobs in der Eingliederungshilfe.
  2. Sozialarbeit und die Pflege alter Menschen soll in den Familien übernommen werden. Das überlastet und überfordert Arbeitnehmer*innen und deren Familien. Es verknappt weiter das Angebot an Pflege- und Betreuungsplätzen und vernichtet Arbeitsplätze.
  3. Staatliche Förderung kirchlicher Arbeit soll abgeschafft werden. Das gefährdet Seelsorge, Schuldnerberatung, Familienberatungsstellen, Besuchsdienste, Lebensmittel- und Kleiderspenden und weitere ambulante Beratungsdienste, Kinder- und Jugendarbeit, musisch-kulturelle Arbeit der Kirchen, die Erhaltung von Kirchengebäuden und somit unsere Arbeit in der Diakonie.
  4. Ausländische Arbeitskräfte oder Freiwilligendienstleistende sind verlässliche Kolleg*innen. In Zukunft soll auf „kulturfremde“ Fachkräfte verzichtet werden. Das gefährdet die Absicherung von Diensten in zahlreichen Arbeitsbereichen in unserer Stiftung.

Die Klientinnen und Klienten der Evangelischen Stiftung Neinstedt:

  • haben ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben;
  • benötigen Fachkompetenz in sozialen Angeboten und in Pflege und Betreuung;
  • benötigen die staatliche Förderung;
  • sind auch künftig auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen.

Wer die kirchliche Arbeit der Diakonie durch den Entzug von Förderung in Frage stellt, dessen politisches Handeln ist gegen hilfebedürftige Menschen gerichtet.

Die demokratische Möglichkeit frei zu wählen, soll ausdrücklich betont bleiben. Allerdings ist es wichtig, gut informiert in die Wahl zu gehen.

Mit großer Sorge ist auf das Regierungsprogramm und die damit verbundenen politischen Pläne der „Alternative für Deutschland“ zu blicken. Es empfiehlt sich intensiv über ihre Ziele in unserem Land nachzudenken.

Diakon Ronny Rösler
Pädagogisch-Diakonischer Vorstand

Stephan Zwick
Kaufmännischer Vorstand

MAV Wernigerode

Neinstedt im Juni 2026